one to one

die one to one performance ist die wohl unmittelbarste theatersituation – ein mensch, der spielt, ein mensch, der zusieht. gemeinsam mit kolleginnen und kollegen erarbeitet die theatergruppe kollektief zehn kurze szenen, die sich diese situation zunutze machen. die performances erkunden den gesamten theaterraum des bronski und grünberg theaters, auch jene bereiche, die für das publikum üblicherweise unzugänglich sind.

 

thematisch verschreibt sich der abend klassikern jeder art – von phaedra bis titanic, von jorge luis borges bis jack kerouac. das publikum kann die szenen an fünf stunden pro abend in beliebiger reihenfolge erleben.

 

11. / 15. / 16. mai 2017
wiederaufnahme 2. / 3. juli 2017

18:00 – 23:00
bronski & grünberg
müllnergasse 2, 1090 wien

 

die performances (dauer je 10 minuten):

© coco winter

Das Aleph

regie: hans-christian hasselmann
text: anna maschik
performance: rita landgrebe

Das A l e p h – ein seltener Punkt im Raum, der klassischerweise alle anderen Punkte mitenthält, also das gesamte Universum. Erster Buchstabe im hebräischen Alphabet und das Symbol der Kardinalzahlen unendlicher Mengen.

„[Ich] sah das Aleph aus allen Richtungen zugleich, sah im Aleph die Erde und in der Erde abermals das Aleph und im Aleph die Erde, sah mein Gesicht und meine Eingeweide, sah dein Gesicht und fühlte Schwindel und weinte, weil meine Augen diesen geheimen und gemutmaßten Gegenstand erschaut hatten, dessen Namen die Menschen in Beschlag nehmen, den aber kein Mensch je erblickt hat: […]“

diese performance dauert 20 minuten – buchen sie keinen slot direkt danach.

 

 

© coco winter

Hier ist der Infostand

regie: lilli strakerjahn
text: peter neugschwentner
performance: paul hüttinger

Wieso immer diese Klassiker?

Das haben wir uns auch gefragt und gemeinsam darüber nachgedacht.

Wir könnten jetzt sagen, Lisa erklärt Ihnen was von Sprache, die mächtig sein kann, warum antike Dramen dein Leben verändern können, wieso die griechischen Götter viel toller sind als unser Herr Vatergott und vielleicht erschüttert sie Sie dabei.
Kennen Sie zum Beispiel den Phädra Mythos?

Nicht?

Das ist schade.

Dann erzähl ich das noch eben.

die länge dieser performance ist variabel – buchen sie keinen slot direkt danach.

 

© coco winter

Der Diva (LOVE)

regie: marco damghani
performance: max wettermann

Wer nicht will, daß ihm wie Hafis
schwindeln soll das Haupt,
Soll den Liebesweg, den ich ge-
gangen bin, nicht gehn!

Hafis über Hafis

 

 

 

© coco winter

Eine Frau.

konzept & regie: cordula rieger
performance: isabella mender
bild: sabine desbonnets

2.Weltkrieg. Untergrund. Widerstand. Rebellin.

Elisabeth Haider. Eine symbolische Figur in einer fiktiven Geschichte aus Collagen realer Erinnerungen der Aktivistinnen Anni Haider, Rosl Grossmann-Breuer und anderen.

Diese Performance ist die Begegnung mit einer Frau, die nicht Opfer bleiben wollte.

Sabine Desbonnets hat diese Frauen in Momenten gemalt, da Worte deren Gefühle nicht mehr auszudrücken vermochten.

Auszüge aus den Dokumentationen „Der Himmel ist blau. Kann sein“ und „Küchengespräche mit Rebellinnen“ von Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik und Lisbeth N. Trallori

 

© coco winter

eisberg

regie: anna marboe
text: max smirzitz
performance: caterina pfeffer

Ich bleibe du gehst ich gehe du bleibst, ich hier du da, zwischen uns ein Eisberg, vor uns ein Abschied hinter uns eine Geschichte, die im Abschied ein Ende findet und ein Anfang von was Neuem ist. Und vor uns, was da eben kommt, weil wer weiß schon was vor uns ist.
Abgesehen von diesem Eisberg Eben. Der ist kaum zu übersehen.
Du und ich die wir wurden, wir waren und jetzt. Jetzt wieder nicht wir sind sondern irgend etwas anderes, ich hier du da ich da du hier immer noch ich immer noch du, nur anders.
Weil da mal wir. Und der Eisberg, im kalten Polar.
Und ich glaube das ist okay dass das so.
dass du da. Und ich hier.
Eine Geschichte vom Abschied und vom Neubeginn.
Vom ich und du, und davon dass das Leben manchmal. Ein Eisberg.
Und dass das alles irgendwie okay.
Irgendwie. Oder So.

 

© coco winter

es ist dunkel machen sie doch bitte einen song an

konzept & regie: barbara wolfram
performance: alina schaller

ich bin weg von dort
und wieder zu mir
zurück
es ist dunkel

sie haben angeklopft
sind hinein
machen sie doch bitte einen song an
warum

ich will weg
wohin
von mir

Ausgehend vom Sisyphos-Mythos in der Bearbeitung von A. Camus verhandelt die Performance es ist dunkel machen sie doch bitte einen song an mit pluralistischen performativen Methoden widerständige Perspektiven auf eine Situation der Lücke, des Vermissens, der Unvollkommenheit.

 

© coco winter

ich bin issei

konzept: max smirzitz
performance & regie: juri zanger

Menschen sind schon manchmal Schweine, ihre Handlungen oft schmutziger als ihre Gedanken. Ihre Bewegungen, ihre Formen und ihre Gestalt können aber echt schön sein. Manchmal sogar wunderschön. Und dann gibt es halt am Ende welche, die kein Schweinefleisch essen, weil sie es als schmutzig empfinden. Manche aber doch, weil sie die Schönheit dahinter erkennen.

Eine Performance zu Issei Sagawa, dem japanischen Kannibalen.

Empfohlen ab 16 Jahren.

 

 

© coco winter

museum der geheimnisse

konzept: maria sendlhofer
performance: anton widauer

wir alle haben geheimnisse, tragen erlebnisse oder gedanken mit uns, für die es noch keine worte gibt, weil wir noch nie oder nur in ausnahmen darüber gesprochen haben. diesen erzählungen, die so selten eine bühne bekommen, wird in der performance museum der geheimnisse platz eingeräumt.

die zusehenden werden gleich im doppelten sinne an sonst unzugängliche orte eingeladen. unter der bühne wird ein rahmen geschaffen, der ungewohnt tiefe einblicke in andere lebenswelten erlaubt und die möglichkeit eröffnet das museum selbst um ein ausstellungsstück zu bereichern.

so werden, in anlehnung an yoko ogawas roman „das museum der stille“, persönliche geschichten geteilt.

die performance findet in einem engen raum statt.

die länge dieser performance ist variabel – buchen sie keinen slot direkt danach.

 

© coco winter

myConfession

regie: thyl hanscho
text: anna maschik
performance: sophie stockinger

„Ich muss dir etwas sagen.“
Dieses Etwas, das ist ein Geheimnis.
Ein Gedankenbild, eine Lebensausrichtung, eine Äußerung. Die nicht gefällt.
Die nicht gesagt werden darf.
Die aber gesagt werden muss.
Weil das Widerstand bedeutet?
Ist zu sagen was ist, die revolutionärste Tat? Oder wäre etwas anderes viel wichtiger? Wie stehe ich zu dem mir gesagten? Welche Umstände zieht dieses Geständnis nach sich?
Und wieso war die Geheimhaltung überhaupt nötig?

In der Performance myConfession wird – inspiriert von der Philosophie Michel Foucaults – der/die ZuschauerIn direkt mit einer uralten Problematik konfrontiert. Jener von Geständnis, Geheimhaltung und Macht.

 

© coco winter

[wʌɪ] unterwegs

text & regie: julius handl
performance: marlene reiter

Vor sechzig Jahren veröffentlichte Jack Kerouac „On the Road“, den internationalen Bestseller, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Denn auch Yasmina träumt wie Kerouac von einem Leben als Schriftstellerin, von etwas Außergewöhnlichem, das sie von der Masse abhebt. Doch die Frage, ob sie überhaupt dazu imstande ist, quält sie, weshalb sie sich in die Fremde flüchtet. Die Reisen beantworten ihr zwar die Frage nicht, bieten aber eine völlig neue Form des Glücks zwischen Flucht und Suche, an dem sie krampfhaft festhält. Zu Hause herrscht der langweilige Alltag, dem sie immer wieder entflieht, nicht zuletzt, weil die Konfrontation mit der Realität vermieden werden muss. Was für einen Wert hat schon Gewöhnliches? Lang leben die großen Träume!

 

konzept: kollekTief

 

 

karten können hier reserviert werden.

 

gefördert durch:

Share