kurz sebastian sein

im rahmen des primavera festival wien

sebastian, seines zeichens politisch aktiv, versucht eine stunde lang, sich zu erklären – dem publikum wie sich selbst. nach dem vorfall letzte woche im stiegenhaus ist irgendwie alles anders – ständig wird er angerufen von leuten, die gar nicht mit ihm sprechen wollen – aber irgendwie ist auch alles so wie es immer schon war. bei diesem drahtseilakt zwischen alt und neu kann es durchaus einmal zum einen oder anderen unsicheren schritt kommen. aber ein gerader blick nach vorne hat ja schon so mache unsicherheit gekonnt verdeckt. eigentlich geht es ja eh nur um eines – politik. weil wenn man in der politik ist, dann ist das ja nicht nur ein beruf, gar nicht pathetisch gemeint, aber alles ist ja politik. wenn ich im supermarkt einkaufe, ist das politik, wenn ich abendessen gehe, ist das politik, wenn ich alkohol trinke, ist das politik. wenn ich mir eine zigarette anzünde, das ist auch politik. wenn ich mich ausziehe, dann ist das politik. wenn ich mich wieder anziehe, politik. und wenn ich unter der dusche singe, politik.

in ihrer fünften produktion beschäftigt sich die theatergruppe kollektief mit dem zu-jung-sein, dem sich-selbst-verlieren und dem aus-bindestrichen-wörter-bauen. begleitet werden sie dabei vom geiger florian moser.

17. und 18. april sowie 2. und 3. mai 2015
27. märz 2016

schikaneder
margaretenstraße 24, 1040 wien

text und regie: max smirzitz
schauspiel: florentin bergsmann, max wettermann, anton widauer
sowie
lili epply, marlene grois, alina schaller, stefanie reinsperger
geige: florian moser

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